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Theater Diamant spielt „Der Besuch der alten Dame“

Sulzfeld am Main

Das Theater Diamant aus Berlin gastiert am 14. und 15. Juni wieder in der Weinbaugemeinde vor historischer Kulisse. In diesem Jahr spielt das Ensemble die tragische Komödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt im Dorfmauergraben der mittelalterlichen Ortsbefestigung.

 

Das Berliner Theater Diamant ist 2004 aus einer seit 15 Jahren bestehenden Theaterwerkstatt hervorgegangen. Unter der Leitung seiner Regisseurin Dorothee Wendt spezialisierte es sich auf  klassische und moderne Komödien, die mit Witz und Ironie Schlaglichter auch auf heutige Erdenwesen werfen. Zurzeit besteht die Gruppe aus 11 Spielerinnen und Spielern. In Sulzfeld, wo es jedes Mal mit offenen Armen und großer Gastfreundschaft empfangen wird, gibt das Theater Diamant heuer sein neuntes und gleichzeitig sein fünftes Open-Air-Gastspiel. Dass sie überhaupt in Sulzfeld auftreten, verdanken die „Diamanten“ ihrer Mitspielerin Petra Thamm, die sich vor über 50 Jahren in die Stadt verliebte und seitdem den größten Teil ihrer Freizeit dort verbringt, wo sie eines der Türmchen bewohnt. Nicht zu erkennen ist sie als Alfred Ill aufgrund ihrer Schauspielkunst und der Maske in „Der Besuch der alten Dame“.

 

Als der „Rasende Roland“, der D-Zug der Weltstädte, unvorhergesehen im völlig verarmten Städtchen Güllen mit kreischenden Bremsen hält, geschieht

Ungeheuerliches: Claire Zachanassian, jetzt Magnatenwitwe, ist nach Jahrzehnten in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Die Güllener erhoffen sich von der alten Dame Rettung vor dem finanziellen Ruin. Der Krämer Alfred Ill soll sie, die seine ehemalige Jugendgeliebte war, zu einer gemeinnützigen Stiftung veranlassen. Ill hatte Claire verleugnet, als sie ein Kind von ihm erwartete. Sie musste aus Güllen fliehen und wurde eine Prostituierte. Claire Zachanassian ist nun durchaus bereit, die von den Güllenern erhoffte Stiftung zu gründen, unter der Bedingung, dass dafür „Gerechtigkeit“ geübt wird. Sie bietet den Einwohnern zehn Milliarden, wenn man ihr Ill opfert.

 

Der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt wird 1921 in Konolfingen/Kanton Bern als Sohn eines protestantischen Pfarrers geboren. Obwohl er eine Ausbildung zum Kunstmaler machen möchte, weil er gerne malt und zeichnet, studiert er zwischen 1941 und 1945 in Bern auf Wunsch seines Vaters Philosophie, Naturwissenschaften und Literatur. Ab 1945 widmet er sich endgültig seiner schriftstellerischen Tätigkeit. 1947 wird sein erstes Theaterstück, „Es steht geschrieben“, in Zürich uraufgeführt. Es folgen  „Der linde“ (1948) und die Komödie „Romulus der Große“ (1949), die zusammen mit  „Die Ehe des Herrn Mississippi“ (1952) , „Die Physiker“ (1962) und „Der Besuch der alten Dame“ (1956) zu Dürrenmatts bekanntesten Theaterstücken gehören. Außer seinen dramatischen Werken sind auch seine Kriminalromanev berühmt. „Der Richter und sein Henker“ sowie „Der Verdacht“ erscheinen als Fortsetzungsromane im „Schweizer Beobachter“ zwischen 1950 und 1952.

 

Ab 1967 arbeitet Dürrenmatt als dramaturgischer Berater am Zürcher Schauspielhaus und zeitweise auch hauptberuflich als Regisseur. Für seine literarischen Arbeiten bekommt er wichtige Literaturpreise. U.a. erhält er 1959 den New Yorker Kritikerpreis für „Der Besuch der alten Dame“ und den Schillerpreis der Stadt Mannheim; 1960 den Großen Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, 1986 den Georg-Büchner-Preis. Friedrich Dürrenmatt stirbt 1990 an Herzversagen.

 

Telefonische Kartenreservierung über (030) 355 190 21 oder über Winzerfamilie VinoBistro Winfried Luckert in Sulzfeld a.Main, Tel. 09321 8916. Eintritt: 15,00 Euro | ermäßigt 10,00 Euro.

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Foto: Foto: Theater Diamant