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     +++  Sommerkonzert mit "Sicantiamo - Gospel and more'"  +++     
     +++  Open Air Classic & Modern mit dem Ensemble  +++     
     +++  Sulzfelder Weintage am 22./23. Juli 2017  +++     
     +++  Konzert BRASS im Rathaus  +++     
 

Ortsentwicklung

Vergangenheit hat Zukunft“  

25 Jahre konsequente Pflege und Entwicklung  

Voraussetzung zur lebendigen Nutzung von Gebäuden, Stadt- und Freiraum

 

 

 

Bestandsaufnahme

In den 70er Jahren wurden die noch vollständig erhaltene mittelalterliche Wehrmauer und einzelne Türme einer Sanierung unterzogen. Dem damaligen Trend entsprechend wurde zwei große Neubaugebiete erschlossen und eine neue Sportanlage errichtet.

 

Bis Mitte der 80er Jahre war allerdings aus dem ehemals lebendigen Winzerdorf, und zwar vornehmlich der Altortsbereich, ein verlassener, teilweise etwas heruntergekommener Ort geworden

‣      mit einer stark überalterten Bevölkerung

‣      mit dichter Bebauung,

‣      mit wenig Licht, Luft und Sonne sowie nutzbaren Freiflächen,

‣      mit vom Verfall bedrohten Häusern,

‣      mit Winzerbetrieben, die aus Platzmangel auslagern,

‣      mit zunehmendem Leerstand und

‣      mit einer völlig veralteten technischen Infrastruktur.

Die Grundschule war zudem in die vier km entfernte Kreisstadt Kitzingen verlegt worden und es stand lediglich ein eingruppiger Kindergarten für 50 Kinder zur Verfügung.

Die jungen Sulzfelder verließen zunehmend den Altort und bauten im Neubaugebiet; die wenigen, die in ihre Gebäude im Altort investierten, veränderten meist deren wertvolle Gestalt zum Nachteil. Breitbandkabel und Gasversorgung standen im gesamten Ortsbereich nicht zur Verfügung. Der vorhandene Kraftfahrzeugbestand war größer als das Angebot an öffentlichen Parkplätzen. 

 

Die gesamte Erscheinung des Ortes mit der wertvollen mittelalterlichen Gebäudesubstanz ist jedoch einmalig und zeugt von einer historischen Bedeutung. Die nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage, das Rathaus, ca. 60 Einzeldenkmale und weitere das Ortsbild prägende Gebäude tragen zu diesem Eindruck bei. Sulzfelds Altort ist als Ensemble unter Schutz gestellt.

 

Bürgerbefragung

Im Rahmen einer Bürgerbefragung wurden die Wünsche und Zielsetzungen insbesondere der Grundstückseigentümer und Bewohner des Altortes abgefragt, um die richtigen Sanierungsziele festlegen zu können.

 

 

Ziele des Sanierungsprojekts:

Stärkung des Altortes als räumlicher und funktionaler Mittelpunkt der Gemeinde: Qualitätsvolles Wohnen und Leben sind Schwerpunkt der Planung.

Sanierung des Rathauses zum Ort für Amtsgeschäfte und Trauungen, Gemeinderatssitzungen, Bürgerversammlungen, kulturelle Veranstaltungen, Weinproben, Bürgersaal für private Feste u.a.  Nutzung des ehemaligen Kindergartens als ein Vereins- und Jugendzentrum;

Sanierung der alten Schule in ein Haus für Bildung und Kommunikation (in Realisierung), Umgestaltung eines größeren Wohnquartieres für Wohnformen im Alter (in Planung);

Kulturelle Aktivitäten im Altort unterstreichen dessen Bedeutung: Konzerte, Theater, Kunst- und Handwerkermarkt, Ausstellungen, Weinfeste u.v.a.m.. Stärkung der zunehmenden Bedeutung von Tourismus (gastronomisch und wirtschaftlich) – Verkaufswagen mit Toiletten im Bereich Mainlände.

 

Umsetzung der Vorbedingungen für eine zukunftsfähige Ortsentwicklung.

Erneuerung der gesamten technischen Infrastruktur; Neugestaltung der Straßenräume als nutzbarer Freiraumausgleich für die dichte Bebauung; Abstellflächen für Autos rund um den Altort und die Neugestaltung der angrenzenden Mainlände mit Freizeitangeboten für alle Altersgruppen.

 

Stärkung der gemischten Nutzung und Fortentwicklung der Wohnnutzung. Einfacher Bebauungsplan mit Festlegung von Nutzungsbereichen im Dorfgebiet.

 

Pflege des baulichen Erbes bei gleichzeitiger Förderung neuer baulicher Qualitäten zur Fortschreibung der Bau- und Architekturgeschichte von Sulzfeld.

Gestaltungssatzung, Beratung und der finanzielle Beitrag mit einem kommunalen Förderprogramm sind Instrumente, die bei der Sanierung privater Wohngebäude, Winzer-, Gastronomie- und Handwerksbetriebe die Bauherren unterstützen. Die Beseitigung von baulichen und gestalterischen Mängel, die Nutzung vorhandener Bausubstanz, die Verwendung vorhandenen Baumaterials, aber auch der Umgang mit Elementen und Werkstoffen zeitgemäßer Architektur tragen zur Qualitätssicherung bei und unterstützen das örtliche Handwerk gegen „Baumarktmassenware“.

 

  

Beteiligte Akteure

Notwendige Voraussetzung für das Gelingen der umfassenden Sanierung war und ist die vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit aller beteiligten Bürgerinnen und Bürger, Bauherrn mit ihren Architekten und Handwerkern, Bürgermeister und Gemeinderat, dem beauftragten Planer, Gemeindeverwaltung, Landratsamt Kitzingen, Landesamt für Denkmalpflege und Regierung von Unterfranken.

 

 

Art der Durchführung

Der Gemeinderat verfolgt konsequent die beschlossenen und immer wieder überprüften Ziele. Planungsinstrumente und Maßnahmen werden entsprechend eingesetzt. Die wenigen finanziellen Mittel werden in die Sanierung des Altortes konzentriert. Auf die Ausweisung von neuen Wohngebieten wird verzichtet, bevor nicht der Leerstand innerhalb der Mauern weiter abnimmt. Verzichtet wurde ebenso auf den Bau einer großen Sporthalle.

 

 

Das Gesamtprojekt – „Vergangenheit hat Zukunft“ ist Ergebnis einer Vielzahl von Maßnahmen, initiiert und durchgeführt von der Gemeinschaft und von Einzelnen. Sie alle haben dazu beigetragen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Sulzfelder Bürger grundlegend zu verbessern und gleichzeitig das Kulturgut Altort Sulzfeld zu pflegen und weiterzuentwickeln.

 

Junges Wohnen ist wieder in alte Mauern eingekehrt.

 

Und auch das gehört zum Projekt: Die Sulzfelder Grundschule wurde zurückgeholt; die Schulinder gehen wieder zu Fuß zur Schule nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“. Die Kleinsten besuchen den zweigruppigen Kindergarten, die neue Kinderkrippe (ab 2012) und die Krabbelgruppe.

 

 

 

 Die Ergebnisse unserer Bemühungen können sich sehen lassen:

 

Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden"

Sulzfeld a. Main ist einer der schönsten Weinorte in ganz Deutschland. 


Gemeinde Sulzfeld a. Main als Landkreissieger (2008), Bezirkssieger (2009) und Landessieger (2009) beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" sowie Silbermedaille beim Bundesentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" (2010).